„Zucker macht krank, dick und dumm.“

„Zucker macht krank, dick und dumm.“

Zuckerhaltige Snacks sind dir als „Nervennahrung“ während der Klausurenphase sicher bekannt. Zucker liefert deinem Gehirn Energie und du kannst dich leichter konzentrieren. Auf Dauer macht ein hoher Zuckerkonsum aber krank. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, höchstens 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Das sind ungefähr sechs Teelöffel. Ein Glas (250ml) Pfirsicheistee enthält beispielsweise 20 Gramm Zucker. Damit wäre fast der gesamte Tagesbedarf an Zucker gedeckt.

Wie problematisch ist Zucker überhaupt?

Eigentlich wissen wir doch, dass Zucker glücklich macht, denn er liefert unserem Gehirn Energie und setzt das Glückshormon Dopamin frei.

Dr. Burkhard Jahn ist Ernährungsmediziner in Schortens. Er bezeichnet Zucker als „desaströses Nahrungsmittel“. Der Grund dafür: Zucker kann uns krank machen. Wenn wir Zucker zu uns nehmen, wird er direkt in Fett umgewandelt. Er sättigt nicht gut und fördert, dass der Hunger erneut auftritt. Ein richtiger Dickmacher also. Diabetes, Depressionen und sogar Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) können bei Kindern und auch Erwachsenen die Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum sein, erklärt Dr. Jahn.

Wie kann es sein, dass viel Zucker zu Depressionen führen kann, wenn es doch das Glückshormon Dopamin im Gehirn freisetzt?

Stell dir vor, du befüllst eine Socke mit Steinen. Die Füllmenge der Socke bezeichnet die Kapazität an Zucker, die das Gehirn benötigt und die Steine stehen für den Zucker. Um deinen Zuckerdrang zu befriedigen, musst du die Socke immer randvoll befüllen. Je mehr Steine du in die Socke füllst, desto weiter leiert sie aus und mehr Steine passen hinein. Also je mehr Zucker du zu dir nimmst, desto mehr verlangt dein Körper danach. Du hast ein Dopamin-Hoch. Dein Körper gewöhnt sich daran. Wenn du danach deinem Körper nicht so viel Zucker geben kannst, fällst du in ein Dopamin-Tief.

Zucker ist auch schlecht für die Haut. Es führt zur Glykation, also „Verzuckerung“ des Gewebes. Durch die Aufnahme von Zucker bildet der Körper Glykations-Endprodukte und diese können zur Hautalterung, wie Falten oder Pigmentflecken, führen.

Ernährungsmediziner Dr. Jahn entwarnt aber all jene, die nun in Panik verfallen, weil sie den Richtwert von 25 Gramm pro Tag überschreiten. Eine Hautalterung ist ein langer Prozess. Wer in seiner Jugend viel Zucker zu sich genommen hat und nun in seinen 20ern ist, kann seine Ernährung ändern und dieser vorzeitigen Hautalterung entgegen wirken. „Jetzt sieht man dir deinen hohen Zuckerkonsum nicht an, aber in 20 bis 30 Jahren schon.“  Wer also regelmäßig und über einen so langen Zeitraum viel Zucker zu sich nimmt, kann sich sicher sein, dass das Auswirkungen auf die Haut haben wird.

Zucker ist eine Droge

Wir wissen nun, größere Mengen von Zucker setzen das Glückshormon Dopamin frei. Die Parallele zu Drogen hat besonders ein Laborversuch aus den USA gezeigt. Wissenschaftler verweigerten Laborratten zwölf Stunden lang den Zugang zu Nahrung. Danach erhielten die kleinen Nager weitere zwölf Stunden lang Zucker zusätzlich zu ihrem Essen. Die Ratten zeigten nach 30 Tagen ein suchtähnliches Verhalten. Sie zitterten und versuchten alles, um an ihren Zucker zu kommen. Das kommt daher, weil Zucker die gleichen Hirnareale wie Alkohol oder andere Drogen aktiviert. Stark zuckerhaltige Lebensmittel aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn und das mögen wir. Süßigkeiten werden ja nicht grundlos als eine Art der Belohnung benutzt.

Nun denkt manch einer vielleicht, wenn Zucker doch so negative Auswirkungen auf meinen Körper hat und in Obst auch Zucker enthalten ist, dann sollte ich doch keinesfalls Obst essen. Das ist ja ungesund. Richtig? Falsch.

Fruchtzucker im Obst ist generell kein Problem. Die Menge macht es aus, und die Form. Obst in fester Form ist gut, denn es enthält Ballaststoffe, in Form von Saft jedoch nicht. Dafür enthält Saft aber sehr viel Zucker.

Und nun überleg mal, wie viele Äpfel kannst du essen? Und wie viele kannst du trinken?
Wie so oft ist es die Menge, die entscheidend ist.

Wie wichtig ist Zucker wirklich?

Neben all diesen negativen Aspekten, die Zucker mit sich bringen kann, ist das süß schmeckende Lebensmittel auch wichtig für den Körper. Die Gehirnzellen brauchen Zucker, denn dieser liefert Energie.

Auf Zucker verzichten ist nicht notwendig. Es geht mehr darum, einen geregelten und geringen Konsum zu haben.

Dr. Burkard Jahn hat da einige Tipps, wie du ganz leicht weniger Zucker zu dir nehmen kannst:

  • Weniger Fertiglebensmittel, mehr frische Zutaten

Fertiglebensmitteln wie Tiefkühlpizza oder Ravioli aus der Dose werden zusätzlich Zucker versetzt. Das kannst du dir sparen, in dem du selber kochst. So hast du die Kontrolle darüber, wie viel zusätzlicher Zucker in deinem Essen ist.
Für eine Inspiration, was du kochen könntest, klicke hier.

  • Fruchtjoghurt ist nicht gleich Fruchtjoghurt

Anstatt im Kühlregal den fertigen Fruchtjoghurt zu kaufen, schnapp dir frische Früchte und Naturjoghurt und mix dir deinen eigenen Fruchtjoghurt zusammen. Der Vorteil: du kannst nicht nur die Mengen an Zucker selbst bestimmen, sondern auch die Kombination der Früchte. Wer mag, kann frische oder gefrorene Früchte zu einem Püree mixen und in den Joghurt mischen.

  • Fleischesser aufgepasst

In Wurst und Fleisch ist ebenfalls Zucker, den du einsparen könntest. Frag doch einfach beim Bio Laden deines Vertrauens nach, womit sie ihr Fleisch versetzen.

  • Smoothie? Ja, aber…

…bitte mit Gemüse! Das ist gesund und enthält viel weniger Zucker, als ein Obstsmoothie.

  • Wenn es doch mit Obst sein muss

Ein Obstsmoothie kannst du problemlos einmal am Tag trinken. Dann aber nur morgens. Er verleiht dir viel Energie für einen aktiven Start in den Tag.

 

Autorin: Bahar Jafari

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