„Wenn man etwas auf die Beine stellen möchte, dann gelingt das auch meistens!“

„Wenn man etwas auf die Beine stellen möchte, dann gelingt das auch meistens!“

Die örtlichen Studierendenausschüsse in Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth sind Geschichte. Nach einer Satzungsänderung gibt es an der Jade Hochschule inzwischen nur noch einen AStA, der die Studierenden hochschulweit und standortübergreifend vertritt. Cynthia Wolter ist Vorstandsmitglied der großen Studierendenvertretung und spricht mit der jade.impuls über erste Erfahrungen in der neuen Zusammensetzung und die Aufbauarbeiten am Standort in Elsfleth.

jade.impuls: Cynthia, eigentlich studierst du Nautik in Elsfleth. Trotzdem treffen wir dich gerade auf dem Campus in Wilhelmshaven. Was machst du heute hier?
Cynthia Wolter: Wir haben heute ein Treffen vom Vorstand des AStA und vom Vorstand des Studierendenparlaments. Seit die ASten zusammengeschlossen wurde, pflegen wir die Zusammenarbeit aller Gremien ein bisschen mehr. Deshalb sitzen wir heute zusammen, um unter anderem eine neue AStA-Geschäftsordnung auszuarbeiten.

jade.impuls: Wie funktioniert die Zusammenarbeit bisher?
Wolter: Am Anfang war es ein bisschen schwierig, weil wir drei verschiedene Studienorte sind. Da ist allein schon die räumliche Distanz, die uns trennt. Die Jade Hochschule auf unserer Campus-Card ist das einzige, was uns vereint. Es ist nicht einfach, mit allen zusammenzuarbeiten. Man muss die Balance finden. Einerseits sind wir ein Gremium, andererseits haben wir alle unsere Interessen am Studienort. Wir sind alle unterschiedliche Menschen, studieren etwas anderes, sind aber trotzdem eine Studierendenschaft. Wir haben mindestens drei AStA-Sitzungen im Semester, das ist vorgeschrieben. Das bauen wir gerade noch weiter aus. Mal sehen, was uns da noch erwartet. Vielleicht kommen am Ende noch unerwartete Synergien dabei heraus.

jade.impuls: Du arbeitest in Elsfleth für den AStA. Dort ist vieles noch im Aufbau. Wie ist der aktuelle Status Quo?
Wolter: Mittlerweile haben wir sieben Referenten und mich im Vorstand. Vor zwei, drei Jahren haben wir nur eine Handvoll Studierender gehabt, die sich engagiert haben. Aber da kannte noch niemand den Unterschied zwischen Fachschaftsrat (FSR) und AStA und was wer genau macht. Jeder, der dabei war, hat etwas Pionierarbeit geleistet. Mittlerweile können wir zwischen AStA und Fachschaftsrat unterscheiden. Der FSR vertritt die Interessen der Studierenden eines Fachbereichs. Das heißt, wenn uns die Prüfungssituation oder die Qualität der Vorlesungen nicht gefällt, dann geht der FSR auf das Dekanat zu. Und der AStA vertritt die Interessen aller Studierenden der Jade Hochschule. Die Veranstaltungen, die der AStA auf die Beine stellt, sind für alle Studierenden gedacht.

Cynthia Wolter im Gespräch mit jade.impuls-Redakteur Michael Bieckmann.
Cynthia Wolter im Gespräch mit jade.impuls-Redakteur Michael Bieckmann.

 

jade.impuls: Wie wollt ihr neue Leute für die Arbeit im AStA begeistern?
Wolter: Es ist schwer, das Gehör von vielen zu finden, weil Hochschulpolitik ein Wort ist, das erstmal keine große Begeisterung auslösen kann. Ich versuche immer, durch Farben und Worte die Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn man sie erstmal hat, dann wird Mundpropaganda hoffentlich ihr Bestes geben. Es ist natürlich auch eine Möglichkeit, die neuen Studierenden bei der Ersti-Begrüßung direkt richtig darüber aufzuklären, was die studentische Selbstverwaltung ist. Aber das ist auch ein Haufen Arbeit. Oft ist es so, dass es nur wenige gibt, die besonders viel tun. Deshalb geht das nicht so schnell, wie man das gerne möchte. Aber wenn wir das Konzept einmal richtig ausgearbeitet haben, dann kann man das von Anfang an auch richtig kommunizieren und aushängen. Dann wird das hoffentlich gelesen und nicht nur geredet, sondern auch was getan. Wenn man etwas auf die Beine stellen möchte, dann gelingt das auch meistens. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals gesagt habe, dass etwas nicht möglich ist, wenn jemand mit einer Idee auf mich zugekommen ist. Das wurde bislang immer umgesetzt.

jade.impuls: Umsetzung ist ein gutes Stichwort. Welche Veranstaltungen habt ihr in Elsfleth schon verankert?
Wolter: In Elsfleth haben wir mittlerweile einen Filmabend etabliert, der noch weiter ausgearbeitet werden soll. Die Erstsemesterparty gibt es auch schon lange. Dann haben wir zwischendurch noch sehr engagierte Leute wie Conny. Das ist bei uns der Mann für die guten Veranstaltungen. Die kleinen zwischendurch, die sehr viel Spaß machen. Er macht Tanzabende, den Poetry Slam, und eine Krypto-Party, wo viel über die Sicherheit im Internet aufgeklärt wird. Vor kurzem hat er auch Power-Point-Karaoke nach Elsfleth gebracht. Das war auch sehr witzig, weil man wildfremde Power-Point-Präsentationen vortragen musste. Das größte anstehende Projekt ist der Jaderun. Das wird ein zehn Kilometer langer Staffellauf in Elsfleth sein, der vom AStA organisiert wird und am 3. Juni stattfindet.

jade.impuls: Sind denn auch große Events vom Gesamt-AStA geplant?
Wolter: Zusammen veranstalten wir aktuell noch nichts. Wir wollen aber die Zusammenarbeit mit dem Jade Kulturwerk weiter ausbauen, die bislang sehr viel in Wilhelmshaven auf die Beine gestellt haben. Wenn schon Menschen da sind, die sich um Kultur kümmern, dann wollen wir auch mit denen zusammenarbeiten. Zum Beispiel im Rahmen von Shuttlebussen, so dass die Oldenburger und Elsflether zum „Willi will’s wild“-Festival am 26. Mai nach Wilhelmshaven kommen können. Es wäre schön, wenn wir diese Busse auch künftig bei größeren Veranstaltungen einsetzen können, damit wir alle etwas davon haben. Wenn an einem Studienort eine große Party steigt, dann müssen wir auch alle irgendwie hin- und zurückkommen.

Zur Person:

Cynthia Wolter ist 25 Jahre alt und studiert in Elsfleth Nautik. Sie ist sowohl im Fachschaftsrat als auch im Allgemeinen Studierendenausschuss aktiv.

Autoren: Gina Bremer, Michael Bieckmann

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