Verleugnung ist der Anfang von allem: Die sechs Phasen der Prüfungszeit

Verleugnung ist der Anfang von allem: Die sechs Phasen der Prüfungszeit

Bald ist es wieder so weit. Unter Studierenden beginnt die wohl unbeliebteste und stressreichste Phase des Semesters: die Prüfungsphase. Die Gefühlslage dabei ist meistens eindeutig. Man ist erschöpft, überarbeitet, gereizt und versucht, irgendwie von einer Klausur zu nächsten zu überleben. Dabei hat man sich noch zu Beginn des Semesters einiges vorgenommen. „Dieses Semester fange ich früher an zu lernen“, heißt es oft. Und trotzdem fühlt man sich am Ende gestresst und unvorbereitet. Die jade.impuls hat euch gefragt, wie eure Prüfungsphasen aussehen. Die sechs Prüfungsphasen, die (fast) jeder Studierende durchlebt, lest ihr hier:

 

1. Phase der Verleugnung

Die Prüfungsanmeldung ist schon gefühlt eine Ewigkeit her und die Vorlesungen neigen sich so langsam dem Ende zu. Panik schieben? „Man hat ja noch genug Zeit zum Lernen“, bildet man sich gerne ein. Erstmal muss man sich ja schließlich von den anstrengenden Vorlesungen aus dem Semester erholen. Wenig hilfreich zu diesem Zeitpunkt ist auch, dass es vielen anderen Studierenden genauso geht. „Ich habe auch noch nicht angefangen zu lernen“, ist dabei wohl das Schönste, was ein Student von seinem Kommilitonen in dieser Phase zu hören bekommt. Und so nimmt die Prokrastination ihren natürlichen Lauf.

2. Phase des Ärgerns

Hat man die Phase der Verleugnung erfolgreich überwunden, beginnt endlich die Vorbereitung auf die Klausuren. Schnell fällt einem auf, dass man unglaublich viel Stoff in kurzer Zeit aufarbeiten und beherrschen muss, damit man die Prüfungen doch noch irgendwie besteht. In diesen Momenten wird der Ärger besonders groß. „Warum habe ich nicht früher angefangen zu lernen?“, fragt sich dabei der eine oder andere und versteht die Welt nicht mehr. Nicht selten werden auch die Dozenten für die Misere verantwortlich gemacht, da man ja ungern seine eigene Faulheit eingestehen möchte. In dieser aufgewühlten Zeit tauschen sich die Studierenden gerne über ihre Misere aus, bei einem oder vier Bier. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.

3. Phase des Verhandelns

Sobald der Ärger etwas verflogen ist, fängt man an, mit sich selbst zu verhandeln. Denn die Zeit wird langsam knapp bis zur ersten Klausur. Plötzlich werden Lösungen für Altklausuren zusammengesucht, Mitschriften und Skripte von den Kommilitonen erbettelt, die ihr Leben irgendwie besser im Griff haben. Aus der Not heraus wird auch die Bibliothek geplündert: Her mit den Kurzlehrbüchern! Auch die letzten Tipps von den Dozenten werden aufgesaugt in der Hoffnung, dass dies zum Bestehen reicht. Dabei redet man sich gerne ein, dass man mit den völlig unrealistischen Lernplänen doch noch irgendwie die Kurve kriegt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

4. Phase der Depression

Doch wie so oft hält die Aufbruchsstimmung nicht lange und man rutscht so langsam in die eher unschöne Phase. Auf einmal wird alles in Frage gestellt. Die klassische Frage „Warum habe ich überhaupt angefangen zu studieren, anstatt arbeiten zu gehen?“ ist dabei die beliebteste unter den Studierenden. Das eigene Selbstvertrauen schwindet Tag für Tag und man weint sich bei seinen Freunden, Verwandten oder dem lieben Postboten aus. Auch der Gedanke ans Schieben der Klausuren oder an die Exmatrikulation wirkt nicht mehr so abwegig.

5. Phase der Akzeptanz

Plötzlich kann man schon die Tage bis zur ersten Klausur an einer Hand abzählen. Die Phase der Akzeptanz ist dabei weder von purem Optimismus noch von endlosem Pessimismus geprägt. Vielmehr bewegt sich der Studierende irgendwo dazwischen. Es wird einem bewusst, dass der bisher gelernte Stoff für die Prüfungen entweder ausreicht oder eben nicht. Man möchte einfach die Prüfungsphase hinter sich bringen und endlich wieder mit guten Gewissen andere Dinge machen. Und wenn es knapp zum Bestehen reicht, dann ist es auch okay. „Vier gewinnt“, oder wie war das?

6. Phase des Schaffens

Sobald man die erste Prüfung hinter sich hat, vergeht die Zeit sehr schnell. Und ehe man sich versieht, schreibt man schon seine letzte Prüfung. So langsam kommt auch der Sinn des Lebens zurück und die Freude auf die langersehnten Semesterferien steigt von Tag zu Tag. Spätestens nach dem Anstoßen auf die letzte Prüfung sprüht jeder Student nur so vor Lebensfreude, ganz egal wie die Prüfungen am Ende liefen. Man kann schließlich nichts mehr ändern, denkt sich der Student. Man ist einfach nur froh, dass die Prüfungsphase endlich vorbei ist und man wieder Zeit für andere Dinge hat. Nach dem Motto: „Juhu, ich habe mein Leben wieder!“

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