Studentinnen in den MINT-Studiengängen weiterhin gesucht

Studentinnen in den MINT-Studiengängen weiterhin gesucht

An der Jade Hochschule ist Chancengleichheit ein wichtiger Bestandteil des Miteinanders. Um diese zu fördern, kümmert sich die Gleichstellungsstelle um verschiedene Projekte. Die Stelle erstellt unter anderem alle drei Jahre den Gleichstellungsplan. Aus diesem geht hervor, dass gerade in den Studiengängen mit MINT-Fächern, die Frauen in der Unterzahl sind. „Viele Studien belegen jedoch: Gemischte Teams arbeiten besser!“, erklärt Dörte Schneider, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Jade Hochschule. Auch wenn viel für das Anwerben der Studentinnen getan werde, seien die Erfolge nur langsam messbar. „Gleichstellung ist ein gesellschaftlicher Prozess“, erläutert sie. Das bedeute, es brauche Zeit bis Veränderungen konkret messbar werden.

Die Unterschiede, die aus dem Gleichstellungsplan hervorgehen, seien vor allem innerhalb der verschiedenen Fachbereiche zu spüren. „In Elsfleth sind die Unterschiede im Geschlechterverhältnis zwischen männlichen und weiblichen Studierenden beispielsweise noch besonders groß“, berichtet Dörte Schneider. Das liege daran, dass dort viele Studiengänge zum Thema Seefahrt angeboten werden und das sei eher ein männerdominierter Bereich.

Wie sind die Geschlechter verteilt?

In den Ingenieurwissenschaften beobachtet die Gleichstellungsstelle Ähnliches: „Von den rund 1.500 Studierenden der Ingenieurwissenschaften im Wintersemester 2015/16 sind etwa 220 Frauen“, erläutert Dörte Schneider. In Oldenburg gebe es im Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie auch ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Dabei kommen auf rund 1.100 Männer etwa 440 Frauen. Im Fachbereich Architektur hingegen herrsche ein eher ausgeglichenes Verhältnis. Dort wären „Stolpersteine“ für Frauen dagegen später im Beruf als Architektin zu finden. „Mit Kindern können sie dann oft nur halbtags arbeiten und bekommen durch diese zeitliche Einschränkung weniger verantwortungsvolle Aufgaben zugeteilt“, berichtet Dörte Schneider. Viele junge Frauen entscheiden sich deshalb entweder für berufliche Verantwortung oder für die Familie.
In Wilhelmshaven sei das Verhältnis im Fachbereich Tourismuswirtschaft ähnlich ausgeglichen. Mit Blick auf den Bereich Wirtschaft sei laut Dörte Schneider sogar eine knappe Mehrheit der Frauen zu beobachten. In den Studiengängen im Bereich Management, Information und Technologie studieren hingegen wieder deutlich mehr Männer. Diese Gefälle lassen sich auch in den Gremien, beispielsweise dem AStA, erkennen. In Wilhelmshaven ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern zwar kleiner, in Oldenburg haben 2015 aber nur sieben Frauen und 23 Männer im AStA gearbeitet.

Um diese Unterschiede auszugleichen und mehr Studentinnen anzuwerben, arbeitet die Gleichstellungsstelle in verschiedenen Projekten. „Die Zahlen zeigen deutlich die Berechtigung solcher Projekte wie Studentin auf Probe“, bekräftigt Dörte Schneider. „Studentin auf Probe“ richtet sich an studieninteressierte, junge Frauen, die von der Gleichstellungsstelle der Jade Hochschule in den Schulen der Region gezielt angesprochen werden, an dem Projekt teilzunehmen. Sie haben dann eine Woche die Chance, verschiedene Studiengänge kennenzulernen und die Studienorte der Jade Hochschule zu besuchen. „Sie nehmen an Probe-Vorlesungen teil und tauschen sich mit Studierenden der MINT-Studiengänge aus“, berichtet Dörte Schneider. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dadurch möchte die Gleichstellungsstelle den potentiellen Studentinnen die männerdominierten Studiengänge vorstellen und sie dafür begeistern. Dadurch sollen mehr gemischte Teams in den Fachbereichen entstehen.
Andere Projekte der Gleichstellungsstelle wie der jährliche Zukunftstag richten sich sogar schon an die Schülerinnen der unteren Klassenstufen, um in ihnen ein Bewusstsein für die MINT-Studiengänge zu wecken.
Wer sich gern selbst für Chancengleichheit an der Hochschule einsetzen möchte, kann beispielsweise beim Zukunftstag oder in Gremien wie der Gleichstellungskommission mitwirken. „Die Meinungen der Studierenden werden gehört und gewünscht“, berichtet Dörte Schneider. Momentan herrsche wenig Beteiligung. Daher freue sich die Gleichstellungsstelle über weiteres Engagement.

 

Bild: Dörte Schneider, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte: Bildrechte liegen bei Melanie Kipp
Autorin: Melanie Kipp