Sind die FH-Partys noch angesagt?

Sind die FH-Partys noch angesagt?

Möchte man als Student in der Woche abends feiern gehen, gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten in Wilhelmshaven. Lediglich einige Bars haben noch nach Mitternacht geöffnet, die allerdings eher einen gemütlichen und entspannten Abend versprechen. Wer jedoch bis in den frühen Morgen ausgelassen feiern möchte, macht das auf an den wöchentlichen FH-Partys. Die Veranstaltungen finden aber nicht von allen Studenten einen Zuspruch. „Man muss schon sagen, dass früher die FH-Partys deutlich mehr besucht waren. Es gab sogar Donnerstage mit Einlass-Stopp.“, berichtet die Medienwirtschaftsstudentin Celina, die seit sechs Jahren als Tresenkraft bei vielen FH-Partys arbeitet. Sind die FH-Partys in Wilhelmshaven also überholt?

Die Partys werden vom AStA organisiert und finden während der Vorlesungszeit jeden Donnerstag in unterschiedlichen Locations in Wilhelmshaven statt. „Für Studenten sind die Veranstaltungen eine Art Treffpunkt und eine Möglichkeit, nach den Vorlesungen günstig auf das bevorstehende Wochenende anzustoßen“, so der Veranstaltungsplaner Noam vom AStA. Außerdem werden jedes Semester unterschiedliche Motto-Partys organisiert, wie eine Halloween-Fete oder auch der Hochschulball. Noam selbst ist seit zwei Semestern in seiner Funktion beim AStA tätig. „Einen Abwärtstrend bei den Studenten kann ich so nicht bestätigen, weil wir auch keine genauen Verkaufszahlen der Eintrittskarten darlegen können. Fest steht aber, dass obwohl immer wieder neue Locations dazu kommen oder wegfallen, die FH-Partys bisher immer mit vielen Studenten stattgefunden haben“, erklärt Noam.

Einer der vielen Befürworter der FH-Partys ist Marvin. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven und ist regelmäßig am Donnerstag auf Tour. „Leute, die man eher selten in den Vorlesungen sieht, trifft man dann eher auf den FH-Partys“, nennt Marvin einen Grund, warum er immer donnerstags feiern geht. Außerdem kann er auf den Partys neue Leute kennenlernen und sich vom Lernstress ablenken. Auch wenn Marvin wegen einem gestiegenen Arbeitsaufwand für das Studium nicht mehr so häufig an den Partys teilnimmt, hat er nicht das Gefühl, dass die Partys über die Jahre schlechter wurden: „Immer wenn ich feiern war, war viel los. Ganz egal in welcher Location.“ Für Marvin gehören die wöchentlichen FH-Partys einfach zum Alltag als Student.

Die Tourismuswirtschaftsstudentin Maike besucht dagegen seit den letzten Semestern keine FH-Partys mehr. „Auch wenn die Locations jede Woche wechseln, gibt es von denen insgesamt nicht sonderlich viele.“ Sie nahm zu Beginn ihres Studiums häufig an den Veranstaltungen teil, um ebenfalls neue Leute kennenlernen. „Spätestens nach dem zweiten Semester haben aber die meisten Studenten ihre Clique gefunden. Dann ist der Drang, neue Leute kennenzulernen, nicht mehr so groß.“ Außerdem haben natürlich nicht alle Studenten an den Freitagen frei. Viele haben Vorlesungen und müssen in die Hochschule. Zudem entspreche die Musik auf den Partys nicht ihrem Geschmack, sagt Maike. Deshalb bevorzugt sie entspannte Abende in ihrer WG oder unternimmt was mit ihren Kommilitoninnen, wie zum Beispiel ins Kino gehen. Falls die Vorlesungen an den Freitagen ausfallen, nutzt Maike des Öfteren die Chance und fährt über das Wochenende nach Hause, anstatt auf den FH-Partys feiern zu gehen.

Letztendlich ist es schwierig zu sagen, ob die FH-Partys an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven noch angesagt sind oder nicht. Zu viele Faktoren, wie beispielsweise die Phase des Studiums (am Anfang oder am Ende), die Nähe zur Heimat oder auch der Musikgeschmack müssen dabei berücksichtigt werden. „Weil die breite Masse eher Mainstream hört, spielen wir eben solche Musik“, begründet Noam die Musikauswahl auf den Veranstaltungen. Dementsprechend sei es nahezu unmöglich, jede Woche eine Party zu veranstalten, die allen Studenten gefällt.

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