Sätze, die Wilhelmshavener gerne sagen

Sätze, die Wilhelmshavener gerne sagen

Jede Stadt hat ihre eigenen Besonderheiten, die sie von anderen unterscheiden. Oft handelt es sich dabei um typische Dinge, die gerne im Alltag gebraucht werden. Und daher auch jedem Einwohner bekannt sind. Was macht Wilhelmshaven eigentlich so unverwechselbar und was sind die typischen Sätze, die Wilhelmshavener sagen? Die jade.impuls hat für euch die Menschen in Wilhelmshaven gefragt und die typischen Sätze zusammengetragen:

 

„Wat’n Schietwetter!“

Das Wetter in Wilhelmshaven bietet wahrlich alles, was die Wetterkarte so hergibt. Heiße Tage im Sommer, an denen man noch bis spät abends am Südstrand sitzt, stürmische Böen im Herbst – und zwischendurch eben auch „Schietwetter“. Darunter versteht der Wilhelmshavener ein eher unbeständiges, feuchtes Wetter mit dem Mangel an Sonne. Typisch sind auch graue Wolken am Horizont. Das heißt, die Regenjacke kommt hier an der Nordsee mehr zur Geltung als die kurze Hose. Trotzdem haben die Wilhelmshavener gelernt, mit dem „Schietwetter“ umzugehen und nehmen das einfach hin. Und sobald mal die Sonne scheint, wird das gute Wetter umso mehr genossen.

„Wilhelmshaven wird natürlich mit ‚v‘ geschrieben“

Für Süddeutsche ist es oft irritierend: „Muss der Ort nicht mit ‚f‘ geschrieben werden, wie zum Beispiel Ludwigshafen?“ Darauf hat jeder Wilhelmshavener sofort eine Antwort parat: „Wilhelmshaven wird natürlich mit ‚v‘ geschrieben, ist doch klar!“ Doch so klar war es nicht immer wie ein Blick in die Geschichte zeigt. Die Stadt Wilhelmshaven wurde zunächst im 19. Jahrhundert nach dem niederdeutschen Brauch mit „v“ geschrieben statt mit „f“. Damals in der Hauptstadt Berlin vermutete man einen Rechtschreibfehler und machte aus dem ‚v‘ ein ‚f‘. Erst mit dem Urteil von König Wilhelm I konnte das Missverständnis bereinigt werden und das ‚v‘ wurde wieder eingesetzt. Für Unklarheiten sorgt die ungewöhnliche Schreibweise aber anscheinend auch heute noch.

„Moin“

Für viele Nicht-Norddeutschen sorgt diese Begrüßungsform anfangs für Verwirrung. „Bedeutet es Guten Morgen? Wieso wird es dann zu jeder Tageszeit gebraucht?“, fragt sich so mancher. „Moin“ bedeutet nicht „Guten Morgen“, sondern ist mehr ein Ausdruck von nordischer Herzlichkeit. Der Gruß stammt ursprünglich aus dem Plattdeutschen und kann hergeleitet werden aus dem Wort „moi“, was „angenehm“, „gut“ oder „schön“ bedeutet. Dieser herzliche, kurze Gruß wird in Wilhelmshaven nahezu überall und jederzeit von allen Altersgruppen gebraucht. Die Wilhelmshavener lieben ihre Begrüßungsform und sprechen daher oft vom „schönsten Gruß der Welt“.

 „Endlich wieder Labskausessen“

„Mhmm das schmeckt“, denken sich die Wilhelmshavener beim Labskausessen jedes Jahr aus Neue. Für diejenigen, die es nie probiert haben: Das besondere Gericht schmeckt besser, als es aussieht. Der gestampfte Brei bestehend aus Kartoffeln, gepökeltem Rindfleisch und Roter Bete wird traditionell mit Spiegelei und Rollmops gegessen. Einst ein typisches Gericht für Seefahrer und Matrosen, ist es heute eine norddeutsche Spezialität geworden. Die Wilhelmshavener stehen so sehr drauf, dass jedes Jahr das weltweit größte Labskausessen hier in der Stadt veranstaltet wird. Darauf sind sie mächtig stolz und wenn es endlich mal so weit ist, hören sie nicht auf, davon zu schwärmen.

„Die verflixten Möwen“

Apropos Essen: Wer sich vorstellt, gemütlich mit einem Eis oder einer Portion Pommes durch die Stadt oder an der Südstrandpromenade zu schlendern, wird wie schon häufig eines Besseren belehrt. Immer wieder klauen Möwen den Wilhelmshavenern das Essen direkt aus der Hand. Die Touristen am Südstrand mag das vielleicht nicht stören, die Wilhelmshavener dagegen sind längst von den frechen Vögeln genervt. Da man gegen die „Diebe der Lüfte“ nichts machen kann, gibt es für den Wilhelmshavener nur eine Lösung: Will man das Essen nicht mit den aufdringlichen Möwen teilen, isst man es entweder schnell auf oder bringt sich am besten außer Reichweite. Damit die Laune nicht gleich im Keller ist.

„Typisch Wilhelmshaven“ 

Ihr kennt ihn alle: Dieser Satz ist der Klassiker unter den typischen Sätzen. Immer wenn es anscheinend darum geht, seinen Unmut über etwas zu äußern, eine Situation zu beschreiben oder zu begründen, wird gerne davon Gebrauch gemacht. Doch was bedeutet genau „Typisch Wilhelmshaven“? Die Ur-Wilhelmshavener meinen damit nicht unbedingt die Vorurteile, die Wilhelmshaven heute mit sich trägt. Vielmehr begründen sie damit die „Besonderheit“ oder gar die „Einzigartigkeit“ dieser Stadt. Und gerade weil Wilhelmshaven so oft in der Kritik steht, lieben die wahren Wilhelmshavener ihre Heimat umso mehr.

 

 

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