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Rauchen an der Jade Hochschule auf der Kippe

An der Jade Hochschule Wilhelmshaven rauchen des Öfteren nicht nur die Köpfe, sondern auch einige der Studenten. Doch die Zeiten, in denen man auf dem gesamten Campus rauchen durfte, sind nun vorbei.
Bei Markus Wortmann, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten der Jade Hochschule, gingen in letzter Zeit immer mehr Beschwerden ein. Beschwerden von Nichtrauchern, die sich dem Passivrauch der Zigaretten nicht weiter aussetzen möchten.

„Aus gegebenem Anlass und auf vielfache Bitte hin, sieht sich das Präsidium der Jade Hochschule aufgerufen, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, um die nicht rauchenden Angehörigen der Hochschule wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch zu schützen“, so Wortmann in einer E-Mail vom 25.Oktober dieses Jahres. Rauchen nur innerhalb der gekennzeichneten Zonen Gemeint ist damit vor allem die Verweisung der Raucher in die gekennzeichneten Raucherzonen.

„Daher darf ab sofort auf dem Campus nur noch in den ausgewiesenen Raucherzonen geraucht werden. Dies gilt nicht nur für alle Hochschulmitglieder und Hochschulangehörige, sondern auch für Besucher und Fremdpersonal. Diesen Appell werden wir alsbald auch um weitere organisatorische und gegebenenfalls auch bauliche Maßnahmen unterstützen“, heißt es weiter in der Mail.

Das Rauchverbot ist keine neue Regelung

Dieses Gebot besteht allerdings schon länger. In der Hausordnung der Jade Hochschule vom 19. Juni 2012 steht im Paragraph 6 bereits „Es darf nur in besonders gekennzeichneten Raucherzonen außerhalb der Hochschulgebäude geraucht werden“. Die wirklich ausgewiesenen Zonen befinden sich allerdings nur vor dem Haupteingang des Südgebäudes und vor der Mensa. Alle weiteren Bereiche, wie zum Beispiel vor dem Haupt-, Ost- und Westgebäude, lassen ausreichend Interpretationsraum, da dort keinerlei gekennzeichnete Zone ist. Lediglich die vorhandenen Aschenbecher lassen darauf deuten, dass man hier rauchen darf. Wo genau dort die Zone beginnt und wo sie endet, ist nicht klar definiert.

Die Bereiche vor dem Süd- und Hauptgebäude sind besonders unpraktisch, da man dort zwangsweise entlanglaufen muss, wenn man das Gebäude verlassen oder betreten will.

Auch Passivrauchen kann schädlich sein

Pia H. (Name redaktionell geändert) ist Nichtraucherin und findet das Rauchen außerhalb der Zonen nicht wirklich schlimm. „Es ist ja nicht so, dass einem der Rauch direkt ins Gesicht gepustet wird. Ich denke, man bekommt da gar nicht so viel vom Passivrauch ab“. Passivraucher haben jedoch laut des Deutschen Krebsforschungszentrums wie Raucher auch ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Daher sind die eingegangenen Beschwerden durchaus nachvollziehbar. Soweit man heute weiß, gibt es laut des Deutschen Krebsforschungszentrums keinen unteren Grenzwert für eine Konzentration von Tabakrauch in der Luft, die als nicht gesundheitsgefährdend und noch tolerabel angesehen werden könnte. Das bedeutet: Bereits ein geringer Anteil an Zigarettenrauch in der Luft kann schon gefährlich für die Gesundheit sein. Weitere Maßnahmen sind bisher noch ungeklärt.

Welche organisatorischen und gegebenenfalls baulichen Maßnahmen zustande kommen werden, ist bisher noch unklar. Man darf also gespannt sein, wie die weiteren Maßnahmen zum Schutz der Nichtraucher an der Hochschule aussehen werden. Der Großteil der nicht rauchenden Studenten in Wilhelmshaven befürwortet jedenfalls diese Maßnahmen. Die Antwort der Raucher allerdings ist nahezu einheitlich, wenn man sie fragt, wie sie die neue Regelung finden: „Total schwachsinnig“.

Der Artikel erschien in der jade-impuls-Ausgabe Nummer 29

Autor: Jan-Niklas Burk

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