Nachhaltigkeit an der Hochschule – Ein Student im Interview

Nachhaltigkeit an der Hochschule – Ein Student im Interview

Heinrich Blass ist Student der Architektur an der Jade Hochschule und AStA Mitglied. Davor studierte er Nachhaltigkeitsökonomik an der Universität Oldenburg und war dort im Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit tätig. Jetzt steht er als Referent für Ökologie und Mitglied der AG Nachhaltigkeit an der Jade Hochschule Rede und Antwort.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass man sich darüber Gedanken macht, wie man mit den vorhandenen Ressourcen umgeht und so verantwortungsvoll wirtschaftet, damit es für die nächste Generation auch noch reicht. Außerdem dass man reflektiert, welche Materialien wir benutzen und welche Auswirkungen diese Nutzung hat. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, dass diese Ressourcen für die nächsten Generationen reichen.

Du arbeitest viel mit anderen Studierenden zusammen und hast viel Kontakt durch deine Arbeit im AStA. Wie würdest du das Interesse der Studierenden an Nachhaltigkeit einschätzen?

Als ich hier angefangen habe, war die Stimmung diesbezüglich sehr zurückhaltend. Ich habe gemerkt, dass sich viele noch nicht wirklich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben, dass das Thema noch nicht sonderlich etabliert war. Erst durch die einzelnen Projekte, die im Ökologie-Referat angesprochen wurden, wie die Mülltrennung, die Einführung von recyceltem Papier und Fairtrade-Kampagnen, wurde sich mit dem Thema befasst. Mit der Zeit merken wir, dass das Bewusstsein dafür viel größer wird. Wir bekommen regelmäßig sehr positives Feedback.

Wie kam es zur Bildung der AG Nachhaltigkeit und wie bist du dazugestoßen?

Nach der Gründung des Öko-Referats habe ich bei den Hochschulwahlen Berit Müller kennengelernt, die die Wahlen leitet und auch Vorsitzende der AG ist. Sie hat mich zu einer der AG-Sitzungen eingeladen, in der ich die Kampagne der „Fairtrade-University“ vorstellte und bewarb. Dadurch kam der Stein ins rollen, denn um die offizielle Auszeichnung Fairtrade-University zu erhalten, müssen einige Kriterien erfüllt werden.

Also habe ich das richtig verstanden, dass das Projekt der Fairtrade-University durch deine Initiative entstanden ist?

Ja genau, das war in Zusammenarbeit mit der AG mein Plan. Ich habe sowohl den StuPa als auch den AStA und den Senat von diesem Vorhaben überzeugen können. Und jetzt befinden wir uns gerade in der Umsetzung und kurz vor der Bewerbung.

Also wird die Hochschule in Kürze das Siegel als Fairtrade-Uni tragen können?

Ja, genau das ist unser Ziel. Wir hoffen, dass wir noch dieses Jahr die Bewerbung einreichen können und damit ist unsere Aufgabe erst mal erledigt. Darauf muss dann ein Gutachten folgen, in dem entschieden wird, ob wir für das Siegel geeignet sind.

Also sollten Studierende, die ihr Interesse in Engagement umwandeln wollen, bei der AG mal vorbeischauen?

Ja, entweder man geht direkt zu der AG, oder man meldet sich mit seinen Vorschlägen beim AStA, denn da agieren wir wie eine Schnittstelle und tragen alles weiter.

Wie viele Studierende engagieren sich zurzeit an der AG Nachhaltigkeit?

Zum einen der Referent für Ökologie aus Wilhelmshaven, drei weitere Studenten aus Oldenburg und ich. Ich würde sagen, es sind immer zwischen drei und fünf Studierende. Aus Elsfleth haben wir leider noch niemanden, aber das ändert sich hoffentlich in Zukunft. Wir würden es aber auf jeden Fall schön finden, wenn es mehr Studierende gäbe, die sich mit einbringen würden und Vorschläge haben.

Was würdest du dir für die Zukunft im Hinblick auf Nachhaltigkeit an der Jade Hochschule wünschen?

Ich hoffe auf ein weiterhin wachsendes Bewusstsein aller, dass die Studierenden immer mehr Interesse an dem Thema Nachhaltigkeit entwickeln und wir weiterhin Hand in Hand mit der Hochschulleitung arbeiten können. Sprich, wenn die Studierenden sich für etwas einsetzen, dieses nicht nur von der Hochschule unterstützt wird, sondern dass die Ideen und das Engagement von beiden Seiten kommen. Ich hoffe darauf, dass wir in der Zukunft ein wirklich nachhaltiger Campus werden und die Auszeichnung der Fairtrade-University erhalten.

Vielen Dank für deine Zeit.

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