Landesweites Semesterticket: Zwischen Heimat und Studium – jade.impuls
Landesweites Semesterticket: Zwischen Heimat und Studium

Landesweites Semesterticket: Zwischen Heimat und Studium

Wenn das Studium startet, beginnt oft auch ein Abenteuer fernab von der Heimat. Mobilität innerhalb von Deutschland wird dann zum zentralen Thema. Ein Thema, das gerade für Studierende nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet. Abhilfe schafft hier das Semesterticket. Solidarisch zahlen alle Studierenden mit ihren Semesterbeiträgen den selben Anteil für das Ticket und haben so die Möglichkeit, durch große Teile von Niedersachsen zu reisen. Ärgerlich wird es dann, wenn der Zielbahnhof nur noch wenige Stationen entfernt ist, aber das Ticket vorher seine Gültigkeit verliert.

So ergeht es Max Greiser und Bahar Jafari. Die beiden Studierenden sind für ihr Studium nach Wilhelmshaven gezogen und obwohl ihre Heimat noch in Niedersachsen liegt, kommen sie mit dem Semesterticket nicht nach Hause. Das Ziel von Bahar Jafari ist Holzminden, eine Stadt an der südlichen Grenze Niedersachsens. Ihre Reise endet jedoch bereits am Hannover Hauptbahnhof. Für die letzten gut 100 Kilometer erwartet sie zweimal Umsteigen und jeweils zusätzliche 23 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Max Greiser hat ein ähnliches Problem. Er kommt aus Nordhorn, einer Stadt im Westen Niedersachsens an der niederländischen Grenze. Obwohl die Stadt 53.000 Einwohner zählt, hat sie keinen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist der in Bad Bentheim, aber dieser liegt außerhalb des Geltungsbereichs des Semestertickets. Auch Max Greiser zahlt extra, um sein Ziel zu erreichen.

Endlich ganz Niedersachsen erreichen mit dem landesweiten Semesterticket

Doch solche Probleme, wie sie Bahar Jafari und Max Greiser haben, werden ab dem Wintersemester 2018/19 der Vergangenheit angehören. Die verschiedenen Hochschulen aus Niedersachsen haben sich mit ihren AStA-Beauftragten in der VLAK (VerkehrsLandesAstenKonferenz) zusammengeschlossen. Im Rahmen dieser Konferenz haben die niedersächsischen Hochschulen mit den zuständigen Verkehrsbetrieben in Niedersachsen verhandelt und ein Semesterticket realisiert, das für das gesamte Bundesland Niedersachsen gilt. Dieselbe Idee haben in der Vergangenheit bereits Hochschulen in Nordrhein-Westfalen mit dem NRW-Ticket umgesetzt.

Logo-LWS-ohne-SchriftzugNeben ganz Niedersachsen können Studierende in Zukunft auch Magdeburg, Lübeck, Münster, Paderborn und andere Städte in Deutschland erreichen. Das landesweite Semesterticket wird jedoch teurer als das vorherige Semesterticket. Das bedeutet, dass sich der Semesterticketbeitrag um 23 Euro erhöhen wird. Darauf sollten sich alle Studierenden schon einmal einstellen. Das Ticket gilt ab dem Wintersemester, also dem 01.09.2018. Studierende müssen ihr Semesterticket wie gewohnt validieren, damit es im neuen Streckennetz gültig ist. Gültig ist es dann nur mit dem neuen Logo des landesweiten Semesterticket.

Landesweites Semesterticket schon seit mehreren Jahren ein Thema

Bereits vor zwei Jahren haben wir das landesweite Semesterticket in der jade.impuls thematisiert. Damals konnte uns Dirk Landman, damals AStA Referent für das Semesterticket, mit Informationen versorgen. Heute kümmert er sich um das Semesterticketbüro und hat uns über die Fortschritte beim Thema landesweites Semesterticket informiert. 2016 gab es eine Umfrage unter 25.000 Studierenden an den Hochschulen in Niedersachsen. Ziel war es herauszufinden, ob überhaupt ein Interesse an einem landesweiten Semesterticket besteht. Die Ergebnisse könnt ihr auf der Seite des landesweiten Semestertickets einsehen. Der Grund für die Umfrage war, dass es mit mehr Strecken auch mehr Verkehrsbetriebe gibt, die bezahlt werden wollen. Mit einer Preiserhöhung von 20 bis 35 Euro hatte man damals gerechnet. Die Studierenden haben sich mit einer Mehrheit von 80 Prozent für das neue Semesterticket entschieden. Mittlerweile ist klar, dass sich der Preis des Semestertickets im kommenden Jahr um 23 Euro erhöhen wird. Dirk Landman ist erfreut über das Ergebnis, denn in der Vergangenheit ist das Semesterticket ohnehin von Jahr zu Jahr teurer geworden. So hätte man den neuen Preis von 200,12 Euro auch ohne das neue Streckenangebot ohnehin bald erreicht, meint Landman.

In Zukunft sind also nicht nur die Ziele von Max Greiser und Bahar Jafari zu erreichen, sondern auch viele weitere große und kleine Städte in Niedersachsen. Wenn ihr nach einer Reiseempfehlung sucht, dann solltet ihr euch auf jeden Fall eine Print-Ausgabe der jade.impuls am 3. Mai in der FH mitnehmen. Unsere Redakteurin Jana Glose gibt euch Ausflugtipps für Reiseziele, die ihr mit dem neuen landesweiten Semesterticket erreichen könnt.

Schreibe einen Kommentar