Klarmachen zum Ankern im „Leuchtfeuer“ – jade.impuls
Klarmachen zum Ankern im „Leuchtfeuer“

Klarmachen zum Ankern im „Leuchtfeuer“

Ein leicht beleuchteter Raum, gehüllt in Zigarettenrauch, geschmückt und verziert mit etlichen nautischen Gegenständen. So kann man sich die Seefahrtskneipe „Zum Leuchtfeuer“ in Elsfleth vorstellen. Seit Jahren gehen die Elsflether, ganz besonders die Studenten, hier ab 17 Uhr ein und aus. Sich selbst bezeichnet die Kneipe daher passenderweise als „Institut für Bierologie und Hektoliteratur“.

Sammelpunkt nicht nur für Elsflether Studenten

Ihre direkte Lage gegenüber der Hochschule ist nicht der einzige Grund, warum sie bei den Elsflether Studenten so beliebt ist. Die „Leuchte“, wie sie von den Einheimischen auch liebevoll genannt wird, gehört zu einer der wenigen Locations, in die man abends vor Ort noch gehen kann. Das bestätigen die Elsflether Studenten und auch Cynthia Wolter, vom Fachschaftsrat Seefahrt und Logistik. „Die Leuchte ist zumindest die einzige studententaugliche Kneipe hier in Elsfleth. Es gibt durchaus noch andere hier vor Ort, aber da sind maximal die Ureinwohner Elsfleths anzutreffen.“

Die Kneipe verbindet verschiedene Generationen

Auch bei Ehemaligen ist die Leuchte immer noch sehr beliebt. „Ehemalige Studenten kommen häufig für Lehrgänge nach Elsfleth und gehen danach oft noch abends wieder in die Leuchte“, so Dana Wiegmann. Sie übernimmt regelmäßig die Frühschicht von 17 bis 20 Uhr im Leuchtfeuer. „Bis auf eine Person arbeiten auch nur Studenten oder ehemalige Studenten hier im Leuchtfeuer.“

Am Dienstagabend trifft man dort die meisten Gäste an. Das liegt daran, dass die  Studentenverbindung „Roter Sand“ aus Elsfleth sich an diesem Tag oft in der Leuchte versammelt und ihre Sitzungen abhält. Der Tag ist daher auch unter dem Namen „Superdienstag“ bekannt. Wenn es nicht gerade Dienstag ist, trifft man sich trotzdem häufig in der gemütlichen Kneipe. „Man geht viel lieber hier hin, als sich bei jemandem zu Hause zu treffen. Die Leuchte ist der soziale Mittelpunkt für die Elsflether“, sagt der Nautik-Student Christian Berning.

Andenken und Erinnerungen aus aller Welt

Besonders das Ambiente des Leuchtfeuers zeugt von einer echten Seefahrtskneipe. Die Wände sind bestückt mit Bildern von Schiffen und Modellschiffe zieren die Fensterbänke. Über dem Tresen befindet sich eine große Auswahl an Postkarten, Geld und Souvenirs aus aller Welt. Zugeschickt oder mitgebracht von Liebhabern der Kneipe finden diese ihren Platz inmitten von Fischernetzen und Tauwerken. Durch diese besondere Dekoration wirkt das Leuchtfeuer sehr international. Stammgast und ebenfalls Nautik-Studentin Eli Strommer kann die Internationalität der Kneipe unterstreichen. Sie selbst hat des Öfteren auch schon Seeleute außerhalb von Elsfleth getroffen, denen das Leuchtfeuer ein Begriff war oder die ihr selbst schon einen Besuch abgestattet haben.

Nicht nur was für Durstige

Abseits der Theke kann man sich in der Leuchte die Zeit auch anders vertreiben. Liebhaber von Kartenspielen oder Darts kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Im Nebenzimmer und zugleich dem Nicht-Raucherbereich befindet sich zudem noch ein Tischkicker. Ob man sich nun also nach einem anstrengenden Arbeits- oder Hochschultag entspannen will oder einfach nur Lust auf neue oder alte Gesichter hat, es ist für jeden etwas dabei. Und auch die Tresenkräfte haben immer ein offenes Ohr für ihre Gäste.

„Früher konnte man in der Kneipe auch essen“, erklärt Dana Wiegmann, „aber seit die Mensa fertig gebaut ist, rentiert sich das nicht mehr.“ Fertiggestellt wurde die Mensa in Elsfleth 2009. Seitdem steht die Küche im Leuchtfeuer also still. Heute erinnert nur noch ein kleines Fenster in der Wand an die ehemalige Essensausgabe in der Kneipe.

Von ihrer offenen Art und Beständigkeit geprägt

Was man über die Kneipe öfter von Gästen zu hören bekommt, ist was diese an ihr schätzen: Die Beständigkeit des Leuchtfeuers und seine Offenheit. Gäste, die nach Jahren wieder in die maritime Kneipe kommen, stellen oft voller Erstaunen fest, dass es dort immer noch wie bei ihrem ersten Besuch aussieht. Und weder von den Mitarbeitern, noch von den anderen Gästen, keiner wird als Gast in der Leuchte ausgeschlossen oder sitzt alleine. „Man kommt häufig auch mal alleine in die Kneipe und kennt immer jemanden. Und wenn nicht, dann lernt man eben neue Leute kennen“, so Eli Strommer.

Im Großen und Ganzen lässt sich über das Leuchtfeuer in Elsfleth sagen, dass es eine Seefahrtskneipe mit gemütlich maritimem Ambiente ist. Für Jung und Alt, Elsflether und Leute von außerhalb , Seebären und ihre Nachfolger. Eine gute Möglichkeit, um den Tag bei einem Getränk seiner Wahl ausklingen zu lassen.

Anmerkung aus der Redaktion: In der ersten Fassung des Textes in der Print-Ausgabe Nummer 29 der jade.impuls hieß es, die Studentenverbindung N. K. Visurgis würde sich im „Leuchtfeuer“ treffen. Das ist nicht richtig. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Autor: Jan-Niklas Burk

Schreibe einen Kommentar