Kampagne: Hochschulpolitik mitgestalten

Kampagne: Hochschulpolitik mitgestalten

Viele Studenten nehmen sie wahr und doch nimmt die Mehrheit letztlich nicht an den Hochschulwahlen teil. Eine Umfrage zeigte, dass die Gründe vielfältig sind: Einige haben in ihrem Studium viel zu tun und vergessen, wählen zu gehen. Andere wissen nicht, wofür die vier Gremien, für die Studenten Vertreter wählen können, zuständig sind. Sie informieren sich nicht und gehen daher nicht zur Wahl. Auf diese Weise liegt die Wahlbeteiligung seit Jahren bei circa drei Prozent.

„Wir haben einmal das Problem, dass sich kaum jemand zur Wahl aufstellen möchte, und wir haben das Problem, dass nur Wenige zur Wahl hingehen“, erläutert Samira Ostendorf, Referentin für Hochschulpolitik des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). In diesem Jahr gab es wieder einen Nachtrag zur Wahlausschreibung durch den hauptberuflichen Vizepräsidenten und Wahlleiter Markus Wortmann. Der Nachtrag sollte weitere Studenten auf die Gremien aufmerksam machen, für die es weniger Bewerber als zu besetzende Plätze gab. Das betraf beispielsweise die Fachschaftsräte Architektur sowie Wirtschaft und den Fachbereichsrat Ingenieurwissenschaften. Ist die Anzahl der Bewerbungen geringer als die der zu wählenden Mitglieder, beziehen die Bewerber ohne Wahl das jeweilige Gremium.
Seit dem 9. November nimmt der AStA keine weiteren Wahlbewerbungen mehr entgegen. Seitdem wirbt er dafür, dass die Studenten zur Wahl gehen. In diesem Jahr möchten die Mitglieder des AStA eine Wahlbeteiligung von sechs Prozent erreichen – also doppelt so viele Prozentpunkte wie bei den vorausgegangen Wahlen.

Daher gibt es zahlreiche Aktionen und Angebote, die die Wahlen begleiten und das Interesse der Studenten wecken sollen. Plakate mit Sprüchen wie „Das Cedric Referat“ und „Eishockey in der Aula“ sollen die Aufmerksamkeit der Studenten auf sich ziehen und so den Wahltermin, den 29. November, bekannt machen. Auf YouTube stellt der AStA in Videos die Aufgaben des Senats, der Fachschaftsräte, des Studierendenparlaments und der Fachbereichsräte vor. Außerdem werden in diesem Jahr zum ersten Mal weitere Plakate angefertigt, auf denen Studenten Informationen zu den einzelnen Bewerbern und ihren Zielen finden.
Der AStA wird am Wahltag Bratwürste und Glühwein vor dem Hauptgebäude oder im Innenhof anbieten. Neu ist eine Aktion des Jade Theaters. Die Theatergruppe wird einen Sketch aufführen, der die Folgen der geringen Wahlbeteiligung und des geringen Interesses an den Hochschulgremien thematisiert.

Samira vom AStA hofft, dass durch die Kampagne mehr Studenten an der Wahl teilnehmen und ihren Einfluss auf Entscheidungen in den Gremien nutzen. Sie bedauert einige der jüngsten Beschlüsse. So hätte der Studiensonderpunkt, den einige Studenten im Laufe des Studiums erarbeiten müssen, im Fachbereich Ingenieurwissenschaften abgeschafft werden können. „Die Studenten haben sich überreden lassen, sodass der Studiensonderpunkt nicht abgeschafft wird, obwohl die Studenten das hätten kippen können“, bedauert die Referentin für Hochschulpolitik.
Die 22-Jährige ist außerdem davon überzeugt, dass die Abschaffung des freien Druckkontingents hätte vermieden werden können. „Das Druckkontingent wurde uns gestrichen. Wer hat sich darüber aufgeregt? Alle. Wer hat dagegen etwas gemacht? Keiner!“, ärgert sich Samira. Sie denkt, dass beispielsweise Studienqualitätsmittel für den Erhalt eines freien Druckkontingents eingesetzt werden könnten, wenn sich Studenten dafür engagieren würden.

Die Hochschulwahlen finden am 29. November in der Zeit von 9 bis 15 Uhr statt. In Wilhelmshaven wird im Lichthof vor der Aula (Hauptgebäude), in Oldenburg im Lichthof und in Elsfleth im Foyer im Gebäude An der Weinkaje 5 (vor der Mensa) gewählt.

Autorin: Kira Jacobs
Bildquelle: Ungewöhnliche Sprüche sollen auf die Wahl aufmerksam machen: Bildrechte liegen beim Autor

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