Jade Hochschule beim Hamburger Architektur-Sommer

Jade Hochschule beim Hamburger Architektur-Sommer

Die Stadt der Zukunft – effizienter, moderner und vielfältiger soll sie sein. Immer mehr Leute möchten in einer Stadt leben. Aber wo sollen die alle zukünftig untergebracht werden, ohne die Stadt durch Überbevölkerung zu erdrücken? Studierende aus dem ersten Studienjahr des Fachbereichs Architektur an der Jade Hochschule in Oldenburg haben sich dieser Aufgabe angenommen und ihre Denkanstöße mittels Städtemodellierungen realisiert.
„Der Hamburger Architektur-Sommer ist sehr, sehr gut besucht. Nicht nur von Architekten, sondern auch von Architekturinteressierten. Dazu gehören Ingenieure, Stiftungen oder sogar Projektentwickler. Unsere Ideen an möglichst viele Leute zu bringen, finde ich sehr interessant“, erzählt Heidi Fletcher, Dozentin für Architektur an der Jade Hochschule in Oldenburg. Die Jade Hochschule hat sich deshalb dazu entschlossen, ihre Ergebnisse zur Stadttransformation dieses Jahr beim Hamburger Architektur-Sommer auszustellen. In den vorherigen Jahren wurden diese im kleineren Rahmen an der Jade Hochschule in Oldenburg zur Betrachtung ausgestellt.
Unter der Leitung von Heidi Fletcher werden die Ergebnisse der Studierenden des Fachbereichs Architektur zur „Städtetransformation“ vor Ort repräsentiert. Die Ausstellung findet vom 5. bis zum 14. Juli in der Freien Akademie der Künste in Hamburg statt.

Der Lernprozess der Abstraktion
Um in der Architektur eigene Ideen umsetzen zu können, müssen die Studierenden lernen, abstrakt zu denken. Das freie Denken begleitet die Studierenden bereits beim Entwurf bis hin zur inhaltlichen Umsetzung des Konzeptes. Sie müssen sich bereits früh darüber im Klaren sein, wie das Gebäude letztendlich funktioniert und welche Aufgaben es erfüllen soll, um ihr architektonisches Vorhaben umsetzen zu können. „Wenn man abstrakt denkt, dann kann man viel freier denken“, sagt Fletcher.
Das Verständnis für Abstraktion und die gemeinschaftlichen Werte von Kunst und Architektur den Studierenden zu vermitteln, nimmt einen großen Teil des ausgearbeiteten Lehrprogramms ein. „Dieses abstrakte Denken ist für viele Studierende zu Beginn sehr schwierig nachzuvollziehen, und sie verstehen noch nicht die Bedeutung dahinter“, gibt Fletcher zu.
Aus diesem Grund wurde das Lehrkonzept im Laufe der Jahre konstant weiterentwickelt, um den Studierenden die Abstraktion noch eingängiger zu vermitteln. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wenn wir den Studierenden genauer beschreiben, warum wir es genauso umsetzen wollen, ein besseres Ergebnis dabei herumkommt“, führt Fletcher fort.

Die Betrachtungsschwerpunkte der modernen Städteentwürfe
Unter Berücksichtigung der wichtigsten Lehraspekte der Städtetransformation haben sich die Studierenden des Fachbereichs Architektur an der Jade Hochschule in Oldenburg intensiv mit ihren Entwürfen und der darauffolgenden Modellierung beschäftigt.
Das angewandte Lehrkonzept zum Thema der „Transformation“ setzt sich hierbei aus fünf Städteschwerpunkten zusammen: Adressing energy, Nature returns, People places, Reactivating the old und Urban escapes. Hinter diesen englischsprachigen Fachbegriffen verbergen sich architektonische Methoden, die die Stadt der Zukunft ermöglichen. Diese soll unter anderem Rücksicht auf den enormen Energieverbrauch, die Zerstörung der Natur sowie die soziale Entfremdung der Menschen untereinander nehmen und passende Gegenmaßnahmen bereitstellen, um ein modernes Leben innerhalb der Gesellschaft zu gewährleisten.
Im Grunde sollen diese Städteschwerpunkte fließend ineinander übergehen und eine zuvor nicht dagewesene Ausgeglichenheit innerhalb der Gesellschaft erzeugen. Sozusagen eine Wohlfühloase für alle Bewohner der Stadt. Enge Gassen, große Menschenansammlungen oder die Idylle der Natur genießen – die Vielfalt der Großstadt und steigende Ansprüche der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen, stellt eine große Herausforderung an die modernen Stadtarchitekten von Morgen dar.

Die Ausstellung – „Transformation“
Die fertigen Gebäudemodellierungen der einzelnen Gebäude werden vor der Ausstellung in eines von insgesamt fünf „Raster“ eingesetzt. „Jedem Studierenden wird hierbei ein fester Grundstücksplatz mit einer Fläche von 500 qm innerhalb des Rasters zugewiesen“, sagt Andre Giebel, Studierender des Fachbereichs Architektur an der Jade Hochschule in Oldenburg. Ein „Raster“ symbolisiert dabei ein eigenes Großstadtquartier und verbindet die einzelnen Gebäudemodellierungen miteinander.
Sobald die Gebäudemodellierungen an entsprechender Ort und Stelle platziert wurden, lässt das „Raster“ die Stadt der Zukunft in ihrer vollen, hochmodernen Pracht erscheinen. Die Modellstädte der rund 130 Studierenden des aktuellen Jahrgangs erstrecken sich auf insgesamt fünf verschiedene Gebiete renommierter Großstädte und weisen deren städtetypische Merkmale auf.

Die Hintergründe zum Hamburger Architektur-Sommer
Der Hamburger Architektur-Sommer wird seit 1994 vom Verein Initiative Hamburger Architektur Sommer e.V. alle drei Jahre ausgetragen. Hinter diesem traditionellen Verein steckt eine Bürgerinitiative eines hanseatisch-bürgerschaftlichen Engagements.
Durch die Einbeziehung von einer Vielzahl an Veranstaltungen unterschiedlicher Formate zu Architektur, Innenarchitektur, Ingenieurbau, Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung hat sich der Hamburger Architektur-Sommer als feste Größe im Hamburger Kulturleben etabliert und bietet eine große Plattform der Kreativität.

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