Im Slalom fährt es sich am besten

Im Slalom fährt es sich am besten

Wirtschaftsinformatik-Student Jens Rohnke ist Wilhelmshavens einziger Slalom-Skateboarder.

Er steht auf dem Board und atmet tief durch. Man sieht ihm an, wie aufgeregt er ist. In seinem Blick liegt pure Konzentration. Dann geht es los. Er startet. Wird schneller und immer schneller …

Jens Rohnke ist Wilhelmshavens einziger Slalom-Skate-boarder. In ganz Deutschland gibt es nur rund 300 Menschen, die sein Hobby teilen, erzählt Jens. Vorurteile gegenüber der Skater-Szene stünden vielen Interessenten im Weg. Jens betont jedoch, dass Skateboarder nur selten dem Klischee entsprechen. „Alle denken immer, Skateboarder würden nur Jogginghosen tragen und Drogen nehmen. Ich spreche aus Erfahrung: Dem ist nicht so“, betont er.

Aber was macht man denn nun genau beim Slalom-Skateboarden? Vom allseits bekannten Skateboarden unterscheidet es sich vor allem durch das Board, das vollkommen steif ist. Normale Boards sind aus Holz und geben nach.

Slalom-Skateboards werden mit einem Kunststoffkern verstärkt, sodass keine einzige Bewegung mehr zugelassen wird. Außerdem gibt man beim Slalom-Skateboarden keinen Schwung mit dem Fuß, sondern erzeugt durch eine Pendelbewegung des kompletten Körpers Geschwindigkeit. Genau das ist es auch, was das Slalom-Skaten ausmacht: Rasant an Fahrt aufnehmen und die anderen in puncto Schnelligkeit toppen.

Es ist außerdem ein Hobby, bei dem man die Welt sieht. Da es in Deutschland so wenig aktive Sportler gibt, muss man zu Wettkämpfen oft weite Wege in Kauf nehmen. Zwar gibt es auch in Deutschland Meisterschaften, jedoch ist der Sport eher im Ausland bekannt. In den USA und Australien gibt es regelmäßig Wettkämpfe und die WM findet 2016 in Riga statt. Internationalität und weltweite Vernetzung haben somit eine große Bedeutung. Auch für Jens, der zwar noch nicht im Ausland war, aber durchaus darauf hinarbeitet. Das Slalom-Skateboarden hat er vor vier Jahren für sich entdeckt. „Mir gefällt es vor allem, wie die Leute miteinander umgehen. Es ist schon was Besonderes, wenn dich der Weltmeister ganz lässig mit einem Handschlag begrüßt“, so Jens. Passiert ist ihm das vor drei Jahren, als er Dominik Kowalski, den Weltmeister von 2008, in Hamburg traf. „Das war echt eine tolle Erfahrung“, schwärmt Jens. Er wünscht sich, dass auch andere dem Sport eine Chance geben. Man müsse einmal auf dem Board stehen, um fühlen zu können, was den Sport so einzigartig macht. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich bei der International Slalom Skateboarding Association (ISSA) unter www.slalomskateboarder.com informieren.

Autorin: Nina Gerhards

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