Einen Ausgleich für betroffene Familien schaffen

Einen Ausgleich für betroffene Familien schaffen

Soziales Engagement ist im Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“ besonders wichtig.

Themen wie Krankheit oder der Tod sind Themen, über die nicht gerne nachgedacht wird, auch wenn sie zum Leben dazugehören. Und nicht selten werden schon die Kleinsten unfreiwillig damit konfrontiert. Es reicht nur ein Moment aus, eine unheilvolle Diagnose und plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. Ab diesem Moment dreht sich alles darum, dem geliebten Kind, Bruder oder der Schwester die letzte Zeit so angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Doch was passiert, wenn irgendwann die Kräfte aufgebraucht sind? Seit diesem Jahr haben Betroffene eine Anlaufstelle, an der sie von qualifizierten Pflegern und geschultem Personal sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitern Unterstützung erfahren und auch etwas Verantwortung abgeben können. Das Kinder- und Jugendhospiz »Joshuas Engelreich« in Wilhelmshaven öffnete am 23. August das erste Mal seine Pforten. Die Familien bleiben mit ihrem betroffenen Familienmitglied für eine gewisse Zeit in »Joshuas Engelreich«, nicht nur für die letzten Tage oder Wochen seines Lebens. So können sie wieder neue Kräfte sammeln und gestärkt in ihr Zuhause zurückkehren.

Eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist die 20-jährige Fenna Dirks aus Jever. Neben ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau besucht sie jeden Mittwoch das Hospiz und hilft da, wo Hilfe gebraucht wird. »Es ist so eine wichtige Sache, solche Einrichtungen zu unterstützen. Wir entlasten die Eltern und diese sind selbst über Kleinigkeiten dankbar«, erzählt die 20-Jährige. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst Küchenarbeiten, wie Geschirrspüler ausräumen oder das Abendbrot zubereiten, aber auch andere Aufgaben, wie gemeinsam mit den Eltern und Geschwisterkindern zusammenzusitzen, um Spiele zu spielen oder zu basteln, übernimmt sie gerne. »Jede Aufgabe, selbst wenn es das Fegen der Auffahrt ist, hilft«. Berührungsängste mit dem Thema Tod hatte Fenna nicht, da ihre Mutter sich ebenfalls seit Jahren für die Hospizarbeit engagiert und Fenna von klein auf weiß, um was es sich bei einem Hospiz handelt.

Natürlich braucht so eine Einrichtung immer wieder Unterstützung. Interessierte, die sich auch engagieren wollen, sollten besonders zuverlässig sein und vor allem keine Ängste vor den Themen Krankheit und Tod haben. Interessierte dürfen gerne im Hospiz vorbeikommen und es sich anschauen oder auch mal einen Tag mithelfen. »Es lohnt sich in jedem Fall. Es ist so wichtig und diese ehrliche Dankbarkeit, die man von den Betroffenen bekommt, ist unersetzbar«, so Fenna.

Autorin des Artikels: Jennifer Vogel