Ein kleiner Chip mit vielen Funktionen

Ein kleiner Chip mit vielen Funktionen

Fortsetzung des Artikels „Moleküle im Meer“ aus der jade.impuls-Ausgabe Nummer 29

Wie schon in der Printausgabe zu lesen ist, beschäftigen sich Prof. Dr. Stefan Gaßmann, Professor am Fachbereich Ingenieurwissenschaften, und die Doktorandin Raquel Lopes im Rahmen des Promotionsprogrammes „EcoMol“ mit dem Verhalten von Molekülen in Meerwasser. Die Moleküle, die dabei im Fokus stehen, sind gelöste organische Materie. Die Meeresoberfläche wird bereits intensiv am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Oldenburg erforscht, mit einem Chip wird aus Wilhelmshaven ein neues Tool für diese Forschung geliefert. Unter klar definierten Bedingungen wird darin imitiert, wie sich die Moleküle im Wasser verändern.

Der Chip ist mit kleinen Kanälen und Sensoren ausgestattet. Dadurch ist es möglich, die Probe zu erwärmen oder UV-Licht mit hoher Intensität auf sie einstrahlen zu lassen. „Außerdem können wir in dem Chip einen ganzen Tag- und Nachtzyklus auf sieben Sekunden komprimieren“, so Prof. Dr. Gaßmann. So kann die Probe schneller analysiert werden. Die Vorbehandlung soll Aufschluss über die komplexen Vorgänge im Wasser geben. Dass die Flüssigkeitsmenge in den Proben so gering ist, ist laut Prof. Dr. Gaßmann von Vorteil: „Die Behandlung im mikrofluidischen System ist intensiver, präziser und einfacher zu reproduzieren.“

Der Chip wird von Raquel Lopes entworfen und gefertigt. Außerdem plant sie die Versuche mit den Wasserproben, führt diese durch und wertet im Anschluss die Daten aus. Während des Forschungszeitraums steht sie in regem Kontakt zu den anderen Doktoranden: „Wir teilen unsere Ergebnisse miteinander und versuchen voneinander zu profitieren“, sagt Lopes. „Das ist ein großer Vorteil.“ Dadurch, dass die Teilprojekte eng miteinander verknüpft seien, klappe das sehr gut. Mindestens einmal im Monat tauschen sich die Promovierenden miteinander über ihre bisherigen Forschungsergebnisse aus. Die Arbeit im Promotionsprogramm macht Raquel Lopes viel Spaß: „Mir gefällt vor allem die gute Zusammenarbeit im Labor.“

Für die Durchführung des Projekts „EcoMol“ sind insgesamt drei Jahre angesetzt, es läuft bereits seit März dieses Jahres. Prof. Dr. Gaßmann bindet auch seine Studenten aktiv in die Forschung ein. Die Studenten werden über die Ergebnisse des Projektes informiert und bekommen die Möglichkeit, im Projekt mitzuarbeiten. So gibt es in jedem Semester eine studentische Hilfskraft und Angebote für Projekte im Labor für Mikrofertigung und Technische Optik. Derzeit gibt es beispielsweise ein Forschungsprojekt eines Studenten, der den Herstellungsprozess der Chips, speziell das Zusammenkleben, optimieren möchte.

Autorin: Lena Mimkes

Schreibe einen Kommentar